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Die Drohnen heben ab

Das Geschäft mit den fliegenden Robotern boomt im ganzen deutschsprachigen Raum. Doch Österreich verliert den Anschluss, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Drohen in DACH von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH, SCHWEIZ | 19. Jänner 2018] Der Boom von gewerblichen Drohnen kennt keine Grenzen, von meteorologischen Messungen über Planer für die Landwirtschaft bis hin zum visuellen Assistenten für Immobilienverkäufer oder zum Kameragehilfen der Filmindustrie, die Bandbreite ist enorm. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Drohnen in DACH 2017 wuchs der Markt für gewerbliche Drohnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) mit einem Eigengewicht von mindestens zwei Kilogramm insgesamt um nahezu vierzehn Prozent gegenüber 2016 und durchbrach damit erstmals die Marke von 50.000 Stück. Doch der Vergleich zeigt: In Deutschland werden mit über 47.000 Stück rund vierzig Mal so viele Drohnen verkauft wie in Österreich (1.050 Stück), und selbst in der Schweiz werden mit 1.510 Stück pro Jahr um 50 Prozent mehr Drohnen abgesetzt als am österreichischen Markt. Dabei wäre die Nachfrage da: Fotografen, Landwirte, Pistenbetreiber und selbst die Alpine Rettung hätten ein Interesse am vermehrten Drohneneinsatz. Gewichtet man die Drohnenverkäufe pro Kopf, zeigt sich das Ausmaß der verzerrten Marktlage. So wird in Deutschland eine Drohne pro 1.700 Einwohner verkauft, in der Schweiz kommt eine Drohne bereits auf 5.500 Einwohner, Österreich ist jedoch klares Schlusslicht mit einer Quote von einer Drohne je 8.300 Einwohner. Begibt man sich auf die Suche nach den Gründen für die geringen Verkaufszahlen am österreichischen Markt, zeichnet sich ein Sittenbild aus bürokratischen Hürden, starren Strukturen und empfindlichen Strafen.

Wer in Österreich einen Multicopter abheben lassen will, muss sich an ein engmaschiges Regelwerk halten. Für Drohnenflüge mit kommerziellem Zweck über besiedeltem Gebiet ist eine Genehmigung der Austro Control erforderlich. Ein solches Verfahren kann bis zu acht Wochen in Anspruch nehmen, je nachdem, wie aufwendig die Überprüfung ist, entstehen dem Antragssteller Kosten pro Fluggenehmigung zwischen 200 und 300 Euro. Neben dem zeit- und kostenintensiven Bewilligungsverfahren erschweren auch technische Anforderungen den kommerziellen Drohnenflug in Österreich. So wird vorausgesetzt, dass Drohnen auch beim Ausfall einer Komponente weiterhin voll flugfähig sind. Was auf den ersten Blick als eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme erscheint, erweist sich bei genauerer Betrachtung als tiefgreifende Beschränkung für den österreichischen Drohnenflug. Die Mehrheit der kommerziellen Drohnen sind sogenannte Quadrocopter, also Drohnen, die über vier Rotoren verfügen. Fällt ein Rotor aus, ist die Drohne nicht flugfähig, eine Fluggenehmigung durch die Austro Control also unmöglich. Bei Film- oder Fotoaufnahmen mittels Drohnenflug ist darüber hinaus ein integrierter Autopilot notwendig. Nur wenn die Drohne von sich aus gleichmäßig auf einer Stelle schweben kann, ist eine Bewilligung des Fluges realistisch.

Der Boom von Drohnen erfasst alle Gewichtsklassen, der stärkste Nachfrageschub von +22,3 Prozent geg. VJ betrifft dabei Multicopter mit einem Eigengewicht von zwei bis drei Kilogramm. Aber auch die Gewichtsklassen von drei bis vier Kilogramm sowie von vier bis sechs Kilogramm wachsen rasant mit jeweils knapp unter zwanzig Prozent geg. VJ. Erst ab den Gewichtsklassen ab sechs Kilogramm flacht die Aufwärtsbewegung markant ab, durchschnittlich werden aber auch hier in allen Gewichtsklassen Nachfragesteigerungen von rund zehn Prozent geg. VJ erzielt.

 

Quelle: BRANCHENRADAR Drohnen in Dach 2017

Die Berechnung wurde mit aller gebotenen Sorgfalt - aber ohne Gewähr - erstellt.

 
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