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Die gegensätzliche Kultur des Betonsteinpflasters

Der Markt für Betonsteinpflaster wuchs im Jahr 2017 sowohl in Deutschland wie auch in Österreich. Kundengruppen und Schwerpunkte des Einsatzgebietes waren jedoch höchst unterschiedlich, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Betonsteinpflaster in Österreich und Deutschland von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[DEUTSCHLAND | ÖSTERREICH] Im vergangenen Jahr (2017) wuchs der deutsche Markt moderat, aber konstant um 1,8 Prozent geg. VJ. Insgesamt setzten die Hersteller knapp 1.394 Millionen Euro um. Mit einem Absatz von durchschnittlich 1,62 Quadratmetern pro Einwohner wurde daher weiterhin europaweit nirgendwo mehr gepflastert als in Deutschland. Noch etwas besser lief es in Österreich. Die Herstellererlöse erhöhten sich um 2,0 Prozent geg. VJ. Nichtsdestotrotz lag man mit gerade einmal 55,9 Millionen Euro deutlich unter der gerne bei einem Ländervergleich verwendeten Quote von 1:10. Denn mit lediglich durchschnittlich 0,42 Quadratmeter pro Einwohner wurde in Österreich um ein Vielfaches weniger Fläche verlegt.

Die Gründe für die völlig unterschiedliche Bedeutung der Flächenbefestigung mit Betonsteinen liegen in einer gänzlich anderen Verwendungsstruktur des Produktes. In Österreich sind Betonsteinpflaster und Betonsteinplatten im Wesentlichen ein Gartenprodukt. Lediglich rund ein Viertel der Nachfrage entfiel im vergangenen Jahr auf den Verkehrswegebau. Aus gutem Grund, sind doch Gehsteige in Österreich gewöhnlich asphaltiert. In Deutschland ist der Betonstein hingegen primär im öffentlichen Raum präsent, da Bürgersteige in der Regel und Anlagen des ruhenden Verkehrs oftmals gepflastert sind. Folglich wurde auch 2017 81 Prozent des Marktes vom Straßenbau nachgefragt. Durch den unterschiedlichen Zielgruppenfokus kommt es auch länderbezogen zu einer deutlichen Unterscheidung in der Preisstruktur. In Deutschland lag der Herstellerpreis pro Quadratmeter im vergangenen Jahr bei 10,30 Euro, in Österreich bei 13,70 Euro. In Deutschland überwiegt die Produktion von „Grauer Ware“, in Österreich von „Gestaltungspflaster“.

Wenngleich also in Österreich die Wertschöpfung vergleichsweise höher ist als in Deutschland, erweist sich der deutsche Markt mittel- und langfristig betrachtet als deutlich stabiler. Denn solange sich nicht die „Spielregeln“ im Verkehrswegebau ändern und der Einsatz von Asphalt sich auf Straßenflächen beschränkt, sorgen der Neubau und die Sanierung von Gehwegen für ein hohes und relativ konstantes Marktvolumen für Betonsteinpflaster. Der auf den Garten fokussierte österreichische Markt ist indessen einem zunehmenden Druck durch Substitutionsprodukte ausgesetzt. Neben Terrassendielen aus Holz oder WPC ist auch Naturstein und Keramik wieder stark im Kommen. Und während in Österreich nur zwei Unternehmen (Semmelrock und BWL-Gruppe) das Potential zum Market Maker haben, gibt es davon in Deutschland etwa ein Dutzend. Der Marktführer EHL produziert und verkauft in Deutschland etwa zehn Mal so viel wie Semmelrock in Österreich. Dabei hält EHL in Deutschland absatzseitig nur einen Marktanteil von zwölf Prozent. Semmelrock kommt in Österreich auf über 40 Prozent Marktanteil.

 

Grafik: Marktentwicklung Betonsteinpflaster total in Österreich und Deutschland       

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Quelle: BRANCHENRADAR Betonsteinpflaster in Deutschland 2018
Quelle: BRANCHENRADAR Betonsteinpflaster in Österreich 2018

Die Berechnung wurde mit aller gebotenen Sorgfalt - aber ohne Gewähr - erstellt.

 
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