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Farben und Lacke in Österreich 2021

 

Österreich pinselt gegen Corona an

Im Jahr 2020 wurde in Österreich gestrichen und lackiert wie schon lange nicht. Der Markt für Farben und Lacke wuchs substanziell, insbesondere im DIY, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Farben und Lacken des Marktforschungsinstituts BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[ÖSTERREICH | 22. März 2021]  Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung von SARS-CoV-2 zündeten im vergangenen Jahr am Markt für baulich verwendete Farben und Lacke (Streichqualität) so ganz nebenbei einen Turbo, dessen Kraftverstärkung wohl kaum jemand erwartet hat. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Farben und Lacke in Österreich erhöhen sich im Jahr 2020 die Herstellererlöse um 11,4 Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 209,9 Millionen Euro. Bei Bautenlacken betrug das Erlösplus 15,2 Prozent, bei Holzschutzmitteln und Lasuren 16,8 Prozent und bei Wandfarben 9,4 Prozent gegenüber Vorjahr. Mancherorts hätte man noch mehr verkaufen können, wenn nicht die Produktionskapazitäten bereits voll ausgelastet gewesen wären.

Angeschoben wurde der Markt zweifellos nicht zuletzt durch Ausgangs- und Reisebeschränkungen sowie die verstärkte Nutzung von Kurzarbeit und Homeoffice, beschäftigten sich doch dadurch wieder mehr Haushalte als in den Jahren davor mit dem Zustand ihrer Wohnung oder ihres Eigenheims. Und mancherorts fiel dabei offenbar auf, dass der Renovierungsbedarf bereits augenscheinlich war. Folglich griff man – auch in Mangel an Freizeitalternativen – zum Pinsel und brachte Gartenzaun und Dachrinne, Terrassendielen und Gartenhütte sowie die Innenwände der Wohnung wieder in Form. Damit hat auch der Heimwerkermarkt, den in den letzten Jahren viele schon am Boden liegen sahen, wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Denn dass die Renovierungen vor allem im DIY erfolgten, zeigt ein Blick auf die Performance der Vertriebskanäle. Während der Umsatz der Hersteller im Vergleich zu 2019 mit Baumärkten um mehr als 16 Prozent wuchs und im Farbenfachhandel um elf Prozent, gab es im Direktgeschäft mit Handwerksbetrieben nur ein Erlösplus von sieben Prozent. Und dieses Plus war im Großen und Ganzen vor allem preisgetrieben. Denn abgesehen von einer steigenden Nachfrage zogen auch die Preise der Hersteller in allen Warengruppen deutlich an. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Durchschnittspreis bei Wandfarben um rund drei Prozent, bei Holzschutzmitteln und Lasuren um knapp fünf Prozent und bei Bautenlacken sogar um nahezu elf Prozent; nicht zuletzt, weil einige lieferfähige Anbieter Lieferengpässe bei den Mitbewerbern für Preiserhöhungen im eigenen Sortiment nutzten. 

Die Hersteller von Farben und Lacken profitierten im letzten Jahr von der Corona-Krise daher in zweierlei Hinsicht. Denn nur durch die substanziell wachsende Nachfrage wurde jene Situation geschaffen, in der es möglich war auch die Preise an den Handel deutlich nach oben anzupassen.

Im heurigen und kommenden Jahr ist jedoch mit einer Konsolidierung des Marktes unter dem Niveau des Vorjahres zu rechnen, da davon auszugehen ist, dass die verstärkte Renovierungstätigkeit im letzten Jahr in den Folgejahren zu einem tendenziell sinkenden Bedarf führt. Bis 2022 rechnet BRANCHENRADAR.com Marktanalyse daher am Gesamtmarkt mit einem Umsatzminus von rund drei Prozent.

 

Quellen:
BRANCHENRADAR Wandfarben in Österreich 2021
BRANCHENRADAR Holzschutzmitteln und Lasuren in Österreich 2021
BRANCHENRADAR Bautenlacke in Österreich 2021