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Küchen in Österreich 2022

 

Neue Küchen braucht das Land

Der österreichische Markt für Küchenmöbel wuchs im Jahr 2021 ungewöhnlich rasch. Grund dafür war nicht zuletzt eine deutliche Belebung des Ersatzgeschäfts, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie des Marktforschungsinstituts BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[ÖSTERREICH | 20. März 2022] Die Hersteller von Küchenmöbel, Küchenspülen und Küchenarbeitsplatten waren im vergangenen Jahr mit einer unerwartet hohen Nachfrage konfrontiert. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Küchen in Österreich stieg die Anzahl der verkauften Küchen um acht Prozent gegenüber Vorjahr auf knapp 210.000 Stück. Rund achtzig Prozent davon ersetzten alte Küchen, zwanzig Prozent waren Ersteinrichtungen.
Angeschoben wurde der Markt vor allem durch eine deutliche Belebung des Ersatzgeschäfts. Zwischen 2015 und 2020 entwickelte sich dieses mehr oder weniger nur seitwärts. Im letzten Jahr wurden dann plötzlich um 12.000 Tausend Küchen mehr gekauft als im Jahr davor. Das entsprach einem Anstieg um fast neun Prozent gegenüber Vorjahr. Offenbar wurde 2021 auch ein größerer Teil von bislang aufgeschobenen Investitionen realisiert. Ein Grund dafür könnte die zunehmende Entwertung der Sparvermögen gewesen sein, ein anderer, dass man mittlerweile seit zwei Jahren die Freizeit- und Urlaubsaktivitäten einschränkte und deshalb Geld für anderweitige Investitionen zur Verfügung hatte.
Die Erlöse der Hersteller wuchsen im Jahr 2021 sogar um knapp zwölf Prozent gegenüber Vorjahr, da infolge höherer Materialkosten die Preise um durchschnittlich knapp drei Prozent angehoben wurden. Insgesamt setzte man im Jahr 2021 mit Küchenmöbel, Küchenspülen und Küchenarbeitsplatten rund 577 Millionen Euro um. Davon entfielen etwa 468 Millionen Euro auf Küchenmöbel, rund 81 Millionen Euro auf Küchenarbeitsplatten und 28 Millionen Euro auf Küchenspülen.
Bei Küchenmöbeln gab es Umsatzzuwächse in allen Materialgruppen, insbesondere aber bei Fronten mit Lack- und Keramik-Dekor, wodurch auch der Umsatzanteil der Materialgruppe um 0,4 Prozentpunkte auf 51,7 Prozent kletterte. Bei Küchenarbeitsplatten setzte sich der Trend zu Naturstein und Keramik ungebremst fort. Im Jahresvergleich wuchsen die Herstellererlöse um 27,7 Prozent bzw. um 16,8 Prozent gegenüber Vorjahr. Und auch bei Küchenspülen standen weiterhin exklusivere Modelle hoch im Kurs. So erhöhte sich im Jahr 2021 bei den Herstellern der Umsatz mit Küchenspülen aus Komposit, Keramik oder Naturstein um 13,9 Prozent gegenüber Vorjahr.
Für die wachsende Bedeutung von höherwertigen Küchenarbeitsplatten und Küchenspülen gibt es einen ganz banalen Grund, kann doch speziell mit einer als exklusiv wahrgenommenen Spüle oder einer edlen Arbeitsplatte einer zumeist uniformen Küche ein hochwertiges Aussehen verliehen werden. Denn nicht mehr die Küchenmöbelmarke, sondern die sichtbare Ausstattung einer Küche kennzeichnet deren Wert. Optische Differenzen im Möbeldesign erhält man zumeist nur noch im High-End-Bereich.

 

Quellen:
BRANCHENRADAR Küchenmöbel in Österreich 2022
BRANCHENRADAR Küchenarbeitsplatten in Österreich 2022
BRANCHENRADAR Küchenspülen in Österreich 2022