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Abdichtungsbahnen und Bauwerksabdichtungen in Österreich 2021

 

Moderates Wachstum durch rasch steigende Preise

Der Markt für großflächige Gebäudeabdichtungen wuchs im Jahr 2020 moderat. Für Dynamik sorgten aber im Wesentlichen nur steigende Preise bei flüssigen Bauwerksabdichtungen, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Abdichtungsbahnen und Bauwerksabdichtungen des Marktforschungsinstituts BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[ÖSTERREICH | 23. April 2021] Der schwächelnde Nicht-Wohnbau schlug im Jahr 2020 auf den Markt für Gebäudeabdichtungen erkennbar durch. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Abdichtungsbahnen und Bauwerksabdichtungen in Österreich wuchsen die Herstellererlöse nur noch moderat um 0,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 205,9 Millionen Euro. Ein signifikantes Wachstum gab es dabei jedoch eigentlich nur bei flüssigen Bauwerksabdichtungen. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Umsatz um 3,2 Prozent. Allerdings war der Anstieg ausschließlich preisgetrieben. Die Nachfrage sank um knapp zwei Prozent gegenüber Vorjahr. Das Geschäft mit Abdichtungsbahnen entwickelte sich im vergangenen Jahr bei nahezu stabiler Preislage seitwärts. Insgesamt wurden 167,6 Millionen Euro umgesetzt.

Als Stütze erwies sich in beiden Warengruppen zum wiederholten Male primär der Geschoßwohnbau und bei Abdichtungsbahnen zudem die leicht wachsende Nachfrage nach Steildächern. Innerhalb der Warengruppen kam es dabei zu zum Teil gravierenden Verschiebungen. Bei Abdichtungsbahnen stand ein Erlösplus von rund zwei Prozent gegenüber Vorjahr bei Bitumenbahnen einem Umsatzminus in selber Größenordnung bei Kunststoffbahnen und EPDM-Bahnen gegenüber. Bei flüssigen Bauwerksabdichtungen setzte sich hingegen der Trend zu Abdichtungen auf Zement-Acryl-Basis bzw. zu flüssigen Kunststoffen fort, während bituminöse Spachtelmassen (KMB) deutlich an Terrain verloren. Im Jahresvergleich stieg der Umsatz mit Produkten auf Zement-Acryl-Basis um knapp neun Prozent und mit flüssigen Kunststoffen um etwa sechs Prozent. Die Erlöse aus dem Verkauf von KMB sanken hingegen um gut zwei Prozent gegenüber Vorjahr, trotz eines Preisauftriebs um durchschnittlich drei Prozent.

Auch im mittelfristigen Ausblick erwarten wir bei flüssigen Bauwerksabdichtungen eine deutlich höhere Dynamik als bei Abdichtungsbahnen, da bei ersteren weiterhin mit stark steigenden Preisen zu rechnen ist und der Trend zu höhererpreisigen Produkten diese Entwicklung zusätzlich hebelt. Wenngleich die steigenden Rohstoffpreise eigentlich auch bei Abdichtungsbahnen zu einer Teuerung führen sollten, erachten wir eine solche auf breiter Front aus heutiger Sicht als wenig realistisch, nicht zuletzt wegen des kompetitiven Wettbewerbs. Möglicherweise siegt aber auch hier die betriebswirtschaftliche Vernunft.

 

Quellen:
BRANCHENRADAR Abdichtungsbahnen in Österreich 2021
BRANCHENRADAR Flüssige Bauwerksabdichtungen in Österreich 2021