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Fenster in Österreich 2021

 

Corona: Keine Lust auf Fenstersanierung

Die Nachfrage nach Fenstern sank in Österreich im Jahr 2020 signifikant. Nur durch steigende Preise schaffte der Markt erlösseitig ein moderates Plus, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Fenstern des Marktforschungsinstituts BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[ÖSTERREICH | 10. März 2021] Die wirtschaftlichen Verwerfungen als Folge der Corona-Pandemie schlugen im vergangenen Jahr in den Markt für Fenster und Hebeschiebetüren eine deutliche Delle. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Fenster in Österreich sank im Jahr 2020 die Nachfrage um 2,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf rund 2,16 Millionen Fensterflügel. Entgegen der bislang dominierenden Annahme war das Minus jedoch nicht auf einen rückläufigen Neubau zurückzuführen, vielmehr brach – wie bereits während der Eurokrise 2013 – der Sanierungsmarkt ein. Im Vergleich zu 2019 schrumpfte die Nachfrage um nahezu sechs Prozent. Speziell private Haushalte schichteten offenbar in weitaus geringerem Umfang als bislang angenommen übliche Konsumausgaben (etwa für Reisen oder Freizeiteinrichtungen) in Eigenheiminvestitionen um und parkten stattdessen das nicht ausgegebene Geld lieber vorsorglich am Sparkonto.

Dass die Hersteller mit der Jahresbilanz des vergangenen Jahres alles in allem doch zufrieden sein können, lag einzig an den steigenden Preisen. Im Jahresabstand zog der Durchschnittspreis eines Fensters um 3,5 Prozent an, wodurch sich die Herstellererlöse moderat um 0,7 Prozent auf 863 Millionen Euro erhöhten. Ein Umsatzplus gab es jedoch nur bei Kunststoff- und Aluminiumfenstern. Holzfenster und Holzfenster mit Aluvorsatzschale (Holz/Alu) entwickelten sich auch erlösseitig negativ.

Wenngleich die anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung valide Prognosen erschweren, sollte der Markt doch bereits im heurigen Jahr wieder kräftig expandieren. Sowohl im laufenden wie auch im kommenden Jahr erwartet BRANCHENRADAR.com Marktanalyse ein Erlösplus von jeweils knapp fünf Prozent gegenüber Vorjahr. Angeschoben wird der Markt weiterhin vom Neubau, hinzu kommen voraussichtlich deutliche Impulse vom Sanierungsmarkt.

Inwieweit der Klimawandel und die daraus abgeleiteten politischen Maßnahmenpakete zur Energiewende und der Dekarbonisierung des Gebäudesektors Bewegung in die Nachfrage bringen, bleibt dabei abzuwarten. Das Förderpaket des Bundes für die Jahre 2021 und 2022 kann sich auf den ersten Blick jedenfalls sehen lassen. Insgesamt stehen bis zum Prognosehorizont pro Jahr durchschnittlich 325 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, allerdings davon alleine 200 Millionen Euro für den Tausch von Öl- und Gaskesseln. Für die thermische Gebäudesanierung („Sanierungsscheck“) bleiben damit pro Jahr rund 125 Millionen Euro. Doch während bei der Kessel-Förderung mit vergleichsweise geringen Mitnahmeeffekten zu rechnen ist, da neben den verschärften gesetzlichen Vorgaben der maximale Fördersatz auf 35 Prozent angehoben wurde, dürfte sich beim „Sanierungsscheck“ die Hebelwirkung wohl in Grenzen halten. Zwar liegt die Förderquote im Gegensatz zu den 2010er-Jahren mittlerweile auch hier bei 30 Prozent, durch die Deckelung des Zuschusses bei maximal sechstausend Euro für umfassende Gebäudesanierungen bzw. zweitausend Euro bei Einzelbauteilsanierungen wird der positive Effekt des höheren Fördersatzes jedoch erheblich verkürzt. Möglicherweise sollte man sich deshalb davon nicht allzu viel erwarten.

 

Quelle: BRANCHENRADAR Fenster in Österreich 2021