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Festbrennstoffherde, Speicheröfen und Kaminöfen in Österreich 2019

 

Kaminfeuer bald abgebrannt?

Die Nachfrage nach holzbefeuerten Einzelöfen schrumpft in Österreich von Jahr zu Jahr. Zwischen 2012 und 2019 reduzierte sich das Marktvolumen um ein Drittel, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Festbrennstoffherden, Speicheröfen und Kaminöfen in Österreich von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[ÖSTERREICH | 20. Dezember 2019] Die Erosion am Markt für Festbrennstoffherde, Speicheröfen und Kaminöfen setzt sich auch im laufenden Jahr fort. Im Jahr 2019 sinken die Herstellererlöse voraussichtlich um rund zwei Prozent gegenüber Vorjahr auf 31,4 Millionen Euro. Damit hat der Markt in den letzten sieben Jahren etwa ein Drittel seines ursprünglichen Volumens verloren, obgleich sich im selben Zeitraum die Preise um durchschnittlich fünfzehn Prozent erhöhten.

Für die sinkende Nachfrage gibt es eine Reihe von Gründen. Zum einen mangelt es zunehmend an den technischen Voraussetzungen, um einen holzbefeuerten Einzelofen aufzustellen. So fehlt beispielsweise in neuerrichteten Mehrfamilienhäusern mit zentraler Wärmeversorgung immer öfter der früher übliche Kaminabzug, da Notkamine vielerorts baurechtlich nicht mehr notwendig sind. Zum anderen sinkt die Bereitschaft die mit der Lagerung von Holz verbundenen Erfordernisse und Unannehmlichkeiten, wie beispielsweise Platzbedarf und Staubbildung, in Kauf zu nehmen. Darüber hinaus wird – aus Umweltschutzgründen – Heizen mit Holz ganz generell von einem wachsenden Bevölkerungsanteil kritischer gesehen. Denn abgesehen von der Feinstaubbelastung resultiert die in der Ökobilanz errechnete CO2-Neutralität von Holz nur aus einem Rechentrick. Tatsächlich werden auch beim Verheizen von Biomasse Emissionen freigesetzt (Holz verbrennt bekanntlich genauso rückstandsfrei wie Polypropylen), die allerdings in den einschlägigen Ökobilanzen mit der Kohlendioxidaufnahme der Bäume in deren Wachstumsperiode gegengerechnet werden. So sauber wie emissionsfrei erzeugte Energie aus Wasser- oder Windkraft sowie Solartechnik ist das Verbrennen von Holz deshalb bei weitem nicht. Waren vor rund zehn Jahren noch 73 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass Heizen mit Holz umweltfreundlich ist, meinen das in der aktuellen Befragung nur noch 56 Prozent der Befragten.

Auch für die beiden kommenden Jahre sind die Aussichten wenig erfreulich. BRANCHENRADAR.com Marktanalyse geht von einem weiterhin ungebremsten Absatzrückgang aus, zudem geraten wohl auch die Preise unter Druck. Bis 2021 wird der Markt daher nochmals um mehr als fünfzehn Prozent schrumpfen.

 

Quelle: BRANCHENRADAR Festbrennstoffherde, Speicheröfen und Kaminöfen in Österreich 2019