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Handfeuerwaffen in Österreich 2021

 

So viele Waffenkäufe wie noch nie

Die Nachfrage nach Handfeuerwaffen schoss in Österreich im Jahr 2020 in bisher unerreichte Höhen. Zuwächse gab es bei Neuwaffen, vor allem aber am Gebrauchtwaffenmarkt, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie zu Handfeuerwaffen des Marktforschungsinstituts BRANCHENRADAR.com Marktanalyse.

[ÖSTERREICH | 4. Jänner 2021] Bereits im Jahr 2019 stiegen die Verkaufszahlen von neuen und gebrauchten Handfeuerwaffen substanziell. Im vergangenen Jahr wurden diese Zahlen nochmals getoppt. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Handfeuerwaffen in Österreich 2021 erhöhte sich im Jahr 2020 die Nachfrage um nahezu zehn Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 71.250 Stück. Damit wurden um 6.400 Gewehre und Faustfeuerwaffen mehr verkauft als im Jahr davor.

Die Jagd sorgt für kräftiges Wachstum
Einmal mehr trieb vor allem der Gebrauchtwaffenmarkt die Verkaufszahlen in die Höhe. Im Vergleich zu 2019 stieg die Nachfrage nach gebrauchten Gewehren um fast 16 Prozent und nach gebrauchten Handfeuerwaffen um rund sieben Prozent. Insgesamt gingen 2020 damit 52.300 Gebrauchtwaffen über die Ladentheke. Doch auch in den Neuwaffenmarkt kam Bewegung. Der Absatz von Langwaffen und Faustfeuerwaffen erhöhte sich um rund fünf Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt knapp 19.000 Stück. Auch hier war das Wachstum bei Flinten, Büchsen und kombinierten Gewehren größer als bei Pistolen und Revolvern. In beiden Märkten war der massive Anstieg im Wesentlichen auf den Jagdbereich zurückzuführen. Der Lockdown wurde offenbar auch dafür genutzt, sich im Freien weidmännisch zu ertüchtigen. Und da das österreichische Waffengesetz seit 2019 auch das Führen von Faustfeuerwaffen bei der Ausübung der Jagd ermöglicht, steigt seither auch die entsprechende Nachfrage rasant.

Über eine Millionen Waffen in Österreich
Laut Zentralem Waffenregister waren in Österreich mit Jahresende 2020 rund 1,15 Millionen Waffen der Kategorien B, C und D in privatem Besitz. Im Vergleich zu 2019 stieg der Waffenbestand um etwa fünf Prozent oder 53.000 Stück. Da im letzten Jahr jedoch auch rund 39.000 Waffen abgemeldet wurden, lag die Anzahl der Neuanmeldungen bei über 91.000 Stück. Die Differenz zwischen Waffenverkäufen und Neuanmeldungen erklärt sich zum einen durch Käufe zusätzlicher Gewehrschäfte, da in diesem Fall die neu adaptierte Waffe nochmals angemeldet werden muss. Darüber hinaus gibt es aber auch ein reges Below-the-line-Geschäft, also den Besitzerwechsel von Handfeuerwaffen, bei denen kein Händler involviert ist. Ebenso zum Below-the-line-Geschäft zählen nachträgliche Anmeldungen aus dem Altwaffenbestand, wenngleich die Frist dafür bereits abgelaufen ist. Nach Erbschaften oder Hausräumungen kommt es beispielsweise aber immer wieder vor, dass nicht registrierte Waffen auftauchen und dann legalisiert werden.

Auch in den kommenden Jahren ist mit einem wachsenden Waffenbestand in den Kategorien B, C und D zu rechnen. Die Wachstumsraten an verkauften Waffen sinken jedoch voraussichtlich auf rund drei Prozent pro Jahr; nicht zuletzt, da auch die ausgegebenen Jagdkarten mittlerweile stagnieren.

 

Quelle: BRANCHENRADAR Handfeuerwaffen in Österreich 2021