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Wie Weihnachten das Fotobuch rettet

Jahrelang stiegen die Verkaufszahlen von Fotobüchern, Verkaufsrekorde folgten im Jahrestakt, Wachstum wurde zur Selbstverständlichkeit. Doch heuer drohte der Trend zu kippen, bis einmal mehr das Weihnachtsgeschäft dem Markt zumindest eine Stagnation erlaubte. Doch vom einstigen Boom ist nur mehr wenig über, wie aktuelle Daten von BRANCHENRADAR.com Marktanalyse zeigen.

[ÖSTERREICH] Im Windschatten der digitalen Fotografie hielt das individualisierte Fotobuch Einzug in die österreichischen Haushalte – und entwickelte sich schnell zu einem Verkaufsschlager. Vor allem als Geschenk mit besonderer persönlicher Note erfreute es sich zunehmender Beliebtheit. Durch neue Anwendungsmöglichkeiten und technologische Innovationen verstand es die Branche den Boom aufrecht zu halten. So können in Fotobücher mittlerweile Videos eingebaut werden, sei es über aufgedruckte QR-Codes, die dann von Smartphones und Tablets gelesen werden können, oder über ein integriertes Display. Als Speicher dient ein integrierter Chip, die Bedienung erfolgt per Touchscreen, die Stromversorgung durch einen Lithium-Akku, der per USB geladen wird. Doch erstmals seit 2015 bremst sich der Markt für Fotobücher in Österreich deutlich ein. So werden im Jahr 2018 voraussichtlich rund 772.000 Fotobücher verkauft, was einem Minus von einem halben Prozent gegenüber 2017 entspricht. Traditionell verkauft die Branche über 60 Prozent ihrer Fotobücher in der Weihnachtszeit. „Auf Weihnachten ist immer Verlass“ gilt auch heuer: So wird im vierten Quartal des laufenden Jahres sogar das Ergebnis des Vorjahres im Vergleichszeitraum um über fünf Prozent übertroffen. Die Ursache für die diesjährig rückläufigen Verkaufszahlen liegt vielmehr im schwachen restlichen Jahr. So sank die Nachfrage im Frühling um über 15 Prozent, der Sommer verlor knapp fünf Prozent gegenüber 2017 und auch im Herbst wurden zehn Prozent weniger Fotobücher verkauft als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Da in der Weihnachtszeit meist qualitativ höherwertige Fotobücher gekauft werden, steigt - über das Ganze Jahr gerechnet - der Durchschnittspreis robust um rund vier Prozent. So kostet ein Fotobuch heuer durchschnittlich € 19,40. Damit gelingt der Branche zumindest Erlösseitig erneut ein Wachstum von +3,5% gegenüber Vorjahr auf nunmehr € 15,0 Millionen.

Bewegung zeigt sich ebenfalls bei den Kundengruppen. So legen Frauen als relevanteste Gruppe erneut um knapp zwei Prozent zu und kaufen nunmehr über 62 Prozent der abgesetzten Fotobücher, während Männer im selben Ausmaß ihr Kaufverhalten reduzieren. Nach Altersgruppen betrachtet entfallen über 52 Prozent der Fotobücher auf die Gruppe der 30-50 jährigen, was einer Steigerung von rund drei Prozent entspricht. Der Anteil der Käufer über 50 Jahren bleibt stabil bei 36 Prozent, hingegen verliert ausgerechnet die jüngste Kundengruppe (zwischen 19 und 29 Jahren) um über drei Prozent. Angesichts der hohen Affinität gegenüber Fotographie und dem offensiven Teilen der Bilder auf diversen sozialen Netzwerken, scheint es der Branche noch immer nicht zu gelingen dieses Potential voll auszuschöpfen.

Auf Anbieterseite zeigt sich hingegen nur wenig Veränderung, nach wie vor dominiert CEWE den Markt in Österreich, gefolgt von Pixum, albelli und Happyfoto. Neben den etablierten Anbietern treten auch nach wie vor neue Anbieter auf, mit bisher höchst unterschiedlichem Erfolg. Ob angesichts der zunehmend eintretenden Marktsättigung auch weiterhin noch Spielraum für neue Unternehmen vorhanden ist, ist fraglich.

 

Tabelle: Marktentwicklung Fotobücher total in Österreich | Herstellerumsatz in Mio. Euro

Herstellerumsatz in Mio. Euro
2015 2016 2017 2018
Fotobücher 13,2 13,8 14,5 15,0

 

Tabelle: Marktentwicklung Fotobücher total in Österreich | Herstellerabsatz in Mio. Euro

Herstellerabsatz in 1.000 Stück
2015 2016 2017 2018
Fotobücher 730,2 746,0 775,7 771,5

Quelle: BRANCHENRADAR Fotobücher in Österreich 2018

Die Berechnung wurde mit aller gebotenen Sorgfalt - aber ohne Gewähr - erstellt.

 

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