Vortrag | bau.kongress 2008 | Wien
Herausforderung:
Baugewerbe quo vadis?
Im Mai veranstaltete die Wiener Bauinnung den Baukongress 2008. Unter dem Motto „Baugewerbe quo vadis?“ stellte sich eine hochkarätige Vortragenden- und Diskussionsrunde die Frage, wie es mit dem Baugewerbe in Zukunft weitergehen wird. In der jetzigen Form wird das Baugewerbe nicht bestehen können, die Lohnkosten fressen die Unternehmer auf. Mangelnde Qualität, Scheinfirmen und eine geringe Innovationsquote sind nur einige der aktuellen Probleme.
Weg:
Externer Experte für "Bauen & Wohnen"
Bereits 2004 veröffentlichte KREUTZER FISCHER & PARTNER die bis dahin umfangreichste Grundlagenstudie zum Thema „Bauen & Wohnen“. Die Ergebnisse basieren auf 35 durchgeführten Market Due Diligences, mehr als 100 Expertengesprächen, einer Befragung bei 1.000 Wohnungsmietern/-eigentümern sowie Ergebnissen aus Sekundärstudien. Seit damals hat Andreas Kreutzer bei rund 30 Veranstaltungen über die Industrialisierung im Wohnbau, die Entwicklung der Baukosten und Baupreise, die Kostentreiber am Bau, die Ertragslage der Baubranche und die Rolle der Wohnbauförderung bzw. der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften referiert. Zentrales Thema sind auch immer wieder die Qualitätsmängel auf der Baustelle, die im BRANCHENRADAR® laufend evaluiert werden. Die aktuellsten Erkenntnisse wurden auf dem bau.kongress vorgetragen.
Ergebnis:
Standardisierung zur Qualitätssteigerung
Von 580 im Jahr 2007 inspizierten realisierten Bauvorhaben (Neubau/Renovierung) im Wohnbau wurde bei 65% ein Baumangel identifiziert. Der Grund dafür sind häufig die Schnittstellen. Diese könnten durch eine bessere Arbeitsteiligkeit reduziert werden. Eine Chance für das Baugewerbe besteht auch darin, sich besser zu strukturieren und Prozesse zu optimieren. Bis dato ist das Gewerbe in Österreich sehr klein strukturiert. Mittels Kooperationen und Arbeitsgemeinschaften könnte die Produktivität (und auch die Wettbewerbsfähigkeit) deutlich gesteigert werden. Und Produktivitätssteigerung ist die einzige Antwort auf die gestiegenen Lohn- und Baukosten.
Andreas Kreutzer sieht in der EU-weit geltenden Energierichtlinie gravierende Veränderungen für das Baugewerbe sowie die gesamte Bauwirtschaft kommen. Mit der Forcierung der Passiv-Bauweise wird sich der Trend zu vorgefertigter und standardisierter Bauweise weiter verschärfen. Dieser Entwicklung darf sich das Baugewerbe nicht verschließen. In diesem Zusammenhang wies Kreutzer auch auf die Innovationsfeindlichkeit der Baubranche hin. Die F&E-Quote über alle Branchen liegt in Österreich bei 2,35%. Im Bausektor liegt sie nur zwischen 0,03 (Stuckateurgewerbe) und 0,14 (Hochbau).
Sein Fazit: In puncto Sanierung wird das Baugewerbe weiterhin bestimmend sein. Im Neubau liegt die Chance zur Leistungssteigerung darin, dass Standardisierung auch ein Instrument zur Qualitätssteigerung ist.
Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER
Interesse an einer Case Studie: Tel.: +43.1.470.65.10, Mail: aw@kfp.at





