Marktanalyse | Sand & Kies 2006 | Bulgarien
Herausforderung:
Marktanalyse in stark fragmentiertem Markt
Ein österreichischer Grundstoffkonzern, der bereits in Bulgarien vor Ort ist, hat die Aufgabe an uns herangetragen, den Markt für Sand & Kies in Bulgarien zu evaluieren, um eine Entscheidungshilfe für den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit zu erhalten. Weiters sollten mögliche Akquisitionskandidaten ausfindig gemacht und diese auch bewertet werden. Die Marktanalyse sollte neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem die eventuellen Schwierigkeiten aufgrund der hohen Korruption bewerten. Weiters sollten die Key Sucess Faktoren erfasst und die Geschäftsmodelle der bulgarischen Unternehmen evaluiert werden. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, da der bulgarische Markt bezüglich Sekundärdaten großen Aufholbedarf hat.
Weg:
Zahlreiche Expertengespräche mit Hilfe von native speakern
Das Projektteam bestand aus vier Personen, wobei zwei Personen ausschließlich mit Recherche-Arbeiten betraut waren. Für die Datensammlung waren neun Tage angesetzt. Die Recherchen wurden telefonisch von Österreich aus durchgeführt. Innerhalb der Vorgabezeit von neun Tagen wurden 21 Experteninterviews mit unterschiedlichen Marktteilnehmern sowie Branchenexperten durchgeführt. Die Schwierigkeiten hinsichtlich der Erhebung lagen vor allem in der Sprache und in der Unvollständigkeit der Sekundärdaten. Für die Recherchearbeit haben wir deshalb unter anderem native speaker eingesetzt. Telefonische Gespräche mit Marktteilnehmern halfen die Rahmendingungen für die Produktion und insbesondere des Vertriebs besser zu verstehen. Die Anbieterstruktur ist bei Sand & Kies in Bulgarien stark fragmentiert. Dementsprechend zeitaufwendig war es, die einzelnen Anbieter auf ihre Akquisitions-Tauglichkeit zu prüfen. Aufgrund der vorhandenen großen Korruption in Bulgarien wurde besonderes Augenmerk auf diesen Einflussfaktor gelegt.
Ergebnis:
Firmenübernahmen sind “Greenfield Investments” vorzuziehen
Baurohstoffe waren in Bulgarien noch nie so gefragt wie heute. Sand und Kies erfreuen sich derzeit ausgezeichneter mengen- und wertmäßiger Wachstumsraten. Im Sog der boomenden Bauwirtschaft steigt das Marktvolumen jährlich um durchschnittlich 15% p.a.. Mit dem geplanten EU-Beitritt Bulgariens im Jahr 2008 werden gerade im lückenhaften Infrastrukturbereich zahlreiche Großprojekte umgesetzt. So werden beispielsweise rd. ein Drittel aller Hauptstraßen als „bad“ klassifiziert und bedürfen einer dringenden Sanierung. Im Abwasserbereich sind nur 40% der Bevölkerung an ein Abwassernetz angeschlossen. Mit der steigenden Infrastruktur wird aber auch im Nichtwohnbau sehr stark aufgeholt: Zur Freude von Kies und Sand. Mit der boomenden Bautätigkeit im Rücken kann man für die nächsten Jahre mit mengenmäßigen Steigerungen von rd. 7% p.a. rechnen. Die Preise werden aufgrund der hohen Nachfrage und einer zunehmenden Anbieterkonzentration stabil hoch bleiben und real im Schnitt um 5% p.a. steigen. Sofia ist mit einem mengenmäßige Anteil von 41% mit Abstand das größte Kies und Sand Absatzgebiet.
Die zur Zeit allgemein praktizierten Geschäftsmodelle setzen stärker auf bestehende Geschäftsbeziehungen, als auf neue Anbieter. Generell sind Firmenübernahmen „Greenfield-Investments“ vorzuziehen, wenngleich bei Sand- & Kiesgruben aufgrund des regional definierten Marktes auch Grundstückkäufe mit Abbaurechten sinnvoll sein können. Zur Zeit ist das Angebot an geeigneten Übernahmekandidaten noch gering. Mit dem EU-Beitritt erwarten wir allerdings den Beginn einer Übernahmewelle. Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER
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