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Marktanalyse | Einführung von Commodity Produkt 2006 | Tschechien


Herausforderung:
Ist der tschechische Markt reif für ein Premium Commodity Produkt?

Ein österreichischer Produzent von Commodities im Lebensmittelsektor überlegte den Markteinstieg in Tschechien. Obwohl es sich um ein Commodity handelt, gelang es dem Produzenten in Österreich eine Marke zu etablieren, für die auch gerne der damit verbundene höhere Preis bezahlt wird. Um für den möglichen Markteinstieg in Tschechien eine Entscheidungsgrundlage zu haben, trat man an uns heran, den Commodity Markt in Tschechien zu evaluieren. Es galt die Frage zu klären, ob der tschechische Markt bereits reif ist für ein Premium-Produkt im Bereich der Commodities.
Zur Beantwortung dieser Frage erachteten wir eine übliche Konsumentenbefragung als ungeeignet. Diese Warengruppe wird zudem weder von AC Nielsen noch GfK erhoben.



Weg:
Ausführliche Storechecks und Expertengespräche

Die Evaluierung des Marktes erfolgte über eine Korrespondenz-Analyse in anderen Warengruppen. Dabei wird gemessen, wie reif der Markt für Premium-Produkte in anderen Warengruppen, wie hoch die Preisdifferenz dort zum Marktmittel ist uvm..Die Datengrundlage für die Korrespondenz-Analyse konnte nur durch ausführliche Storechecks vor Ort gewonnen werden. Das Projekt Team bestand aus zwei Personen. Innerhalb von 3 Tagen wurden in vier verschiedenen Gegenden Tschechiens 27 LEH-Geschäfte unterschiedlicher Größenordnung sowie Diskonter besucht. Uns interessierten vor allem folgende Fragen: Wie ist das Gesamtangebot in tschechischen Supermärkten? Wie stark sind ausländische Marken vertreten? Gibt es im Bereich der Commodities bereits Marken? Wenn ja, wie groß ist die Preisdifferenz? Wie groß ist die Anzahl der facings im Regal? Wie sieht es mit Zweitplatzierungen aus? Wie ist das Angebot im Regal insgesamt präsentiert? Wo sind Platzierungsmöglichkeiten? Zahlreiche Expertengespräche mit Produzenten und Handelsvertretern rundeten unsere Erhebung ab.

 



Ergebnis:
Listung und Platzierung ausschlaggebend für Erfolg

Die wirtschaftliche Lage der Haushalte verbessert sich in Tschechien rasant. Bereits in 10 Jahren wird das BIP/Kopf zum EU-Schnitt aufschließen. Etwas getrübter steht es um die Kaufkraft der Haushalte. Das Median-Haushaltseinkommen liegt kaufkraftbereinigt bei nur rd. € 5.000,-. 17% der Haushalte leben mit weniger als € 3.300,- pro Jahr. Ein tschechischer Haushalt gibt etwa 25% seines Haushaltsbudgets für Lebensmittel und Getränke aus. In Österreich liegt der Anteil bei weniger als 14%. Wenngleich die Kaufkraft in Tschechien deutlich unter jener in Österreich liegt, wächst der Anteil der Bevölkerung rasant, die sich gerne den kleinen täglichen Luxus leistet. Bei Mobiltelefonen beispielsweise ist die Penetration bereits auf österreichischem Niveau.
Die von uns untersuchte Warengruppe wird in Tschechien als absolutes Commodity gehandelt. Pro Laden gibt es i.d.R. nur eine Marke. Das Produkt ist ein beliebter Aktionsartikel und erfüllt die Rolle eines Frequenzbringers. Die im Vergleich zu Österreich niedrigere Kaufkraft schlägt bei Commodities allerdings deutlich weniger durch als bei langlebigen Konsumgütern. Es ist weniger eine Frage des „Sich-leisten-Könnens“, sondern des „Sich-leisten-Wollens“. Dafür muss der Zielgruppe aber ein ganz konkreter Mehrwert geboten werden, der den Mehrpreis rechtfertigt. Eine Analyse der Erfolgsfaktoren ergab, dass neben der Distribution und Platzierung, die Höhe des Werbebudgets ausschlaggebend für den Erfolg einer Markeneinführung ist. In den letzten Jahren waren alle vergleichbaren Launches mit mindestes € 1 Mio. für Werbung ausgestattet. Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER

  



case study

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