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Marktanalyse | Berufliche Weiterbildung 2006 | Österreich


Herausforderung:
Erstmalige Evaluierung des Gesamtmarktes für Berufliche Weiterbildung in Österreich

Wir wurden vom WIFI der Wirtschaftskammer Österreich beauftragt, den Markt für berufliche Weiterbildung in Österreich zu evaluieren. Weiterbildung ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren einer Volkswirtschaft, aber über die Entwicklung des Marktes war in Österreich wenig bekannt. Alle bislang existierenden Studien zeichneten nur ein unscharfes und unvollständiges Bild. Eine Statistik gab es nur für die Teilnehmer an der KEBÖ (Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs). Die gewerblichen Anbieter wurden in keiner Statistik erfasst. Das sollte nun geändert werden.

 



Weg:
Methodischer Ansatz in Form einer Melderunde, klassische Befragung ungeeignet

Die Ziele des Projektes waren eine große Herausforderung für den methodischen Ansatz. Insbesondere, da nicht nur die Kursteilnehmer, sondern auch der von den Weiterbildungsinstituten erwirtschaftete Umsatz erhoben werden sollte. Da nur etwa 45% der beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen von den Kursbesuchern selbst bezahlt werden, wären für eine vollständige Erhebung des Marktes auch Recherchen bei Arbeitgebern und öffentlichen Stellen wie dem AMS notwendig. Eine klassische Befragung schien auch aufgrund der gewollten Quantifizierung des Marktvolumens bzw. der Marktanteile nach Geschäftsfeldern und Bundesländern (Matrix!) problematisch, da die Stichprobe besonders groß sein müsste. Für jedes ausgewertete Segment (Bundesland, Geschäftsfeld) müssten mindestens n=300 Interviews zur Verfügung stehen, ansonst wäre die Standardabweichung zu groß um brauchbare Ergebnisse zu erzielen (Anm: Stichprobe n=100 Abweichung > 10%Pkt.). Bei einer Matrix mit 63 Feldern (z.B. 9 Bundesländer, 7 Produkt-Geschäftsfelder) müssten demnach mind. 19.000 Interviews mit Kursteilnehmern und ebenso viele mit Unternehmen durchgeführt werden.

Wir entschieden uns deshalb für einen modularen methodischen Ansatz, wo wir in einem ersten Schritt  alle zur Verfügung stehenden Sekundärstatistiken eingehend analysierten, um uns einen groben Überblick über den Markt für berufliche Weiterbildung in Österreich zu verschaffen. Bereits existierende Kennzahlen konnten wir in weiterer Folge zur Berechnung von Märkten, Marktsegmenten und Marktpotentialen verwenden. Eine Primärerhebung war dennoch unerlässlich. Wir entschieden uns, diese in Form einer Melderunde durchzuführen. Eine Melderunde ist eine schriftliche Erhebung bei den Anbietern einer Dienstleistung, in diesem Fall bei Anbietern von beruflicher Weiterbildung. Gemeldet wurden verschiedene Leistungskennzahlen (Umsatz, Kursteilnehmer, Veranstaltungen usw.) für abgegrenzte Zeiträume (2004 und 2005). Die Melderunde war so angelegt, dass in allen Segmenten mind. 80% des Marktes durch Anbietermeldungen abgedeckt wurden. Die Erhebung erfolgte auf elektronischem Weg über Internet, um die Meldungen effektiv zu verarbeiten bzw. um im Zuge der Dateneingabe eine Plausibilitätsprüfung durchführen zu können. Zu den wesentlichen Vorteilen einer Melderunde zählt die Tatsche, dass die Daten beim Leistungserbringer erfasst werden. Die Hochrechnung einer Stichprobe ist damit nicht notwendig. Statistische Abweichungen, wie bei klassischen Stichprobenbefragungen üblich, gibt es nicht.

 



Ergebnis:
Berufliche Weiterbildung bringt über € 500 Mio. pro Jahr

Der österreichische Markt der beruflichen Erwachsenenbildung im engeren Sinn ist € 500,4 Mio. schwer. Darin enthalten sind weder innerbetriebliche Aktivitäten noch Kurse, die im Rahmen von Ausschreibungen vergeben werden. 2005 wurden knapp 1,2 Millionen Kursteilnehmer gezählt. Beliebteste Kurse - gemessen an der Teilnehmerzahl - sind Sprachkurse (rd. 250.000 Kursbesucher), gefolgt von EDV-Kursen (rd. 207.000 Kursbesucher). Die umsatzstärksten Kurse liegen im Bereich der EDV-Weiterbildung und im Bereich der Persönlichkeitsbildung (Kommunikation, Selbstmanagement etc.). Mit einem Marktanteil von rd. 20% ist das WIFI der größte Anbieter von beruflicher Weiterbildung in Österreich gefolgt vom BFI (14,8) und den Volkshochschulen. Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER



case study

Interesse an einer Case Studie: Tel.: +43.1.470.65.10, Mail: aw@kfp.at